Mittwoch,
14. Juni 2017
Mittwochmorgen haben wir lange geschlafen – in dieser Ruhe
und Idylle – dieses Land entschleunigt ungemein – zumindest uns.
Dass es nicht ganz dunkel wird, stört uns überhaupt nicht.
Wir sind abends todmüde und schlafen wie die Bären. Ob also besagte Bären nachts bei uns ums Haus
tanzen oder Rehe, Füchse, Eichhörnchen etc. Wir wissen es nicht. Und auf die
Lauer legen würden nicht helfen, wir würden es nicht erleben, sondern
einschlafen.
Heute Morgen hält es uns nicht im Bett, denn die Sonne
scheint herrlich durchs Fenster. Also raus und die erste Tasse Tee draußen am
See genießen. Wir können uns von dieser Morgenstimmung nicht sattsehen, und
sitzen lange am Seeufer. Auch das Frühstück nehmen wir dann draußen ein. Mein
Gott, ist das ein schönes Fleckchen Erde.
Wir sitzen lange heute Morgen und beobachten, die Kühe vom
Nachbarn, das Eichhörnchen, dass auf der Wiese herum hüpft und die Gänse auf
dem See. Es ist schon allerhand los hier.
Irgendwann heißt es dann aber doch Aufbruch und auf nach
Vimmerby. Ziel: Astrid Lindgrens Naes. In Vimmerby ist Astrid Lindgren aufgewachsen
und zur Schule gegangen. Also diese
Stadt lebt von ihrer berühmten Bürgerin. Auf dem großen Platz vor der
Touristeninformation steht eine Astrid Lindgren Statue. Stimmig! Die Statue
steht etwas auf der Seite mit Frau Lindgren am Tisch sitzend mit einer
Schreibmaschine vor sich. Sie war zeitlebens, laut Aussage eine bescheidene
Frau – nur die Figur selbst ist nicht so gut geglückt. Schade, aber na ja!
In Vimmerby kann man also ganz auf den Spuren von Astrid
Lindgren wandeln, und das tun wir auch!
Mit Astrid Lindgrens Naes fangen wir an. Naes heißt der Hof
auf dem sie aufgewachsen ist und gelebt hat und den ihre Eltern bewirtschaftet
haben. Damals muss er wohl noch außerhalb von Vimmerby gelegen haben, aber
mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Das Naes liegt heute mitten in der
Stadt, und beherbergt ein kleines Museum und eine Ausstellung über Astrid
Lindgren, beziehungsweise gibt Einblicke in ihr Leben. Wie sie zu schreiben
begann, ihre Kindheit, ihre Auszeichnungen etc.
Der Garten rund um das Haus und die Gebäude ist wunderschön
gestaltet. Aber ich bin immer fasziniert wenn ich Gartenkunst sehe, da dies so gar
nicht mein Gebiet ist. Und es hat, wie könnte es anders sein, ganz viel Spielmöglichkeiten,
für Groß und Klein.
Ich bin ganz ergriffen, denn als großer Fan von dieser begabten
Frau und Schriftstellerin, ist dieser Besuch heute in Naes für mich ein
absolutes Highlight. Ich kann kaum glauben, dass ich heute hier bin, wo alles
begann und seinen Anfang nahm. Mit viel Liebe ist die Anlage gestaltet und man,
auf jeden Fall ich, spüre ihre Gegenwart. Für mich eine der ganz ganz großen
Frauen, und ein wahres Vorbild für mich.
Im Garten steht auch ein wirklich große und alte Ulme, diese
ist innen hohl und stand wohl Pate für den Limonadenbaum aus Pippi Langstrumpf.
Wir bleiben auch richtig lange hier! Patrik ist sehr
geduldig, auch er mag’ ihre Bücher, und hier zu sein, ist auch für ihn sehr
interessant und schön. Aber für mich geht es schier noch weiter. Ist ein
bisschen so, wie es für Patrik in Goodwood war.
Die Astrid Lindgren Welt ist ein Vergnügungspark, aber den
sparen wir uns. Die nachgespielten Szenen aus ihren Büchern brauchen wir nicht.
Mit Sicherheit ein tolles Ausflugsziel für Familien und wenn man Kinder hat,
die auch die Bücher und Geschichten kennen.
Was mir stattdessen noch wichtig ist, ist das Grab von
Astrid Lindgren. Sie liegt im Familiengrab neben ihren Eltern, ihrem Bruder mit
Frau und einer ihrer Schwestern.
Wir suchen ganz schön lange, und ohne die Hilfe der
Friedhofswärter hätten wir noch viel länger gesucht. Diese helfen uns aber
gerne und wissen natürlich sofort wonach wir suchen und weisen uns die
Richtung. Das ist ein gewaltig emotionaler Moment für mich! Und Patrik muss
mich richtig in den Arm nehmen. Auch ihr Grab ist einfach und schlicht – sehr
stimmig finde ich. Ein großer Stein von Naes mit ihrem Namen – sonst nichts.
Ebenfalls finden wir das Grab der beiden Brüder die 1860
gestorben sind. Warum? Das ist nicht bekannt. Bekannt aber ist, dass Astrid
Lindgren dieses Grab fand und es sie wohl zu der Geschichte der Brüder Löwenherz
inspiriert hat.
Mit diesen sehr bewegenden Eindrücken und Bildern verlassen
wir Vimmerby und machen uns auf den Weg nach Katthult. Ihr wisst wer in Katthult
gelebt hat? Und was für ein Ort dies ist?
Die Orte nämlich, die Astrid Lindgren in ihren Büchern
beschreibt, die gibt es wirklich.
Und Katthult ist ein Highlight für Patrik. Er möchte
unbedingt sehen, wie Michel aus Lönneberga gelebt hat, oder vielmehr wo der
Film gedreht wurde. Und es ist alles genau so! Der Holzschuppen mit den Figuren
die Michel geschnitzt hat. Das Brett über de das Michel vom Schuppen in die
Vorratskammer geklettert ist. Die Hütte von Alfred und der See, und das Gatter,
und und und und
Patrik kann sich nicht sattsehen und wir fühlen uns Beide,
als ob wir gerade in einem der Filme sind. Es ist schon gewaltig. Und auch hier
bleiben wir lange.
Irgendwann heißt es dann doch Abschied nehmen von Katthult. Natürlich
mit vielen vielen Fotos. Und mit diesen schönen Bildern fahren wir zurück zu
unserem Häuschen.
Das Wetter ist so herrlich, dass wir den Tag mit einer
Bootsfahrt beschließen. Herrlich!
Morgen? Mal sehen, was wir morgen treiben werden?!
Tipps: Touristenbüros haben freies Internet, hier
kann man schnell und unkompliziert mal seine Mails checken etc.
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