Dienstag,
13. Juni 2017
Wir gehen früh
schlafen und wachen recht spät auf. Trotz dass es nicht richtig dunkel wird.
Morgens wie gewohnt eine Tasse Tee im Bett, so lässt sich auch der Tag in
Schweden gut beginnen. Wir sind fasziniert von der Natur, der Ruhe und der Gemütlichkeit,
die von diesem Haus ausgeht. Wir fühlen uns zurückversetzt in alte Zeiten. Ehrfurchtsvoll!
Das Haus spricht deutlich davon wie hart und unwirtlich, das Leben hier früher war.
Tipp: Handtücher mitnehmen. Da wir selten in
Ferienwohnungen sind, haben wir dies glatt übersehen und sind ohne angereist.
Sprich wir dachten wir hätten es mit gebucht, das war aber nur die Bettwäsche. Also! Tipp, vorher nochmals checken.
Ansonsten,
a la Harry Belafonte:” Deo, is a de, is a de, is a deeeeoo! Spritz dich ein,
und dann stinkst net so….”
Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg.
Unser Ausflug geht heute nach Eksjoe.
Ach, und etwas das wohl an keinem schwedischen Haus fehlen
darf. Was das ist? Der Fahnenmast mit der schwedischen Flagge. Und wo kein
Platz für einen Mast ist, ist eine Stange am Haus, am Balkon, am Fenster, oder
es steht ein kleiner Mast mit Fahne auf dem Fensterbrett!
Ja, sogar bei uns in dem Ferienhäuschen. Ganz so wie es sich
gehört.
Also auf nach Eksjoe! Vorher noch ein bisschen "schopping" oder "sightseeing" durch Schwedens Supermärkte.
Und in Eksjoe die Gamla Stan, das ist
die Altstadt. Es ist eine von nur noch 3 Städten, deren Altstadt noch komplett
aus Holz ist und im alten Stil erbaut. Die Anderen fielen wohl alle dem Feuer
zum Opfer.
Und es lohnt sich. Die Altstadt ist hinreißend und wir fühlen
uns in ein Schweden zu Pipi Langstrumpfs Zeiten versetzt. Das ist halt das
Schweden, das wir im Kopf haben. Wir bummeln gemütlich durch das Altstädtchen
und schauen in jeden Hinterhof und Garten. Ja, Touristen eben.
In einem Café eine nette Szene. “Mein Schatz,”fragt die Mama
ihren ungefähr 5-jaehrigen Sohn, “was für ein Eis möchtest Du, Vanille, Erdbeere….”.
“Eis, Eis, Eis, Eis, Eis…”, kommt als Antwort.
“Ja, sagt die Mama, “.. und welches Schokolade?” “Eis, Eis…”,
wiederholt der Junge bestimmt. Eltern und Mütter können ja so schwer von
Begriff sein.
Tipp: In vielen Läden in Schweden, und ebenso auch
in diesem Café mit Bedienung an der Theke, sprich man bestellt an der Theke und
nimmt es entweder mit, oder bekommt es gebracht. Also man zieht gleich am
Eingang eine Nummer und in dieser Reihenfolge werden die Kunden und auch die Gäste
dann bedient. Ohne die nette Hilfe einer Frau, die offenkundig, sehr
schwedenkundig ist, hätten wir hier lange, sehr lange angestanden und uns
gewundert.
Und noch ein Tipp: Mit Bargeld haben es die
Schweden nicht so. Man kann so gut wie überall mit Karte bezahlen. Bei Bargeld
allerdings empfiehlt es sich nachzuzählen. Kopfrechnen gehört nicht zu den Stärken
der Angestellten. Klar, wenn jeder mit Karte bezahlt.
Auch das Autofahren ist sehr entspannt und gemütlich. Keine Drängler,
keine Lichthupen, und man hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Von Eksjoe aus fahren wir die 11km bis nach Skurugata! Skurugata
liegt in einem Naturschutzgebiet. Naturreservat. Es ist ein mächtiger Riss im
Fels. Die Skurugata stellt als etwa 800m lange Schlucht, bzw. Bruchlinie ein großartiges
Naturerlebnis dar. An ihrem Startpunkt liegt der Aussichtspunkt “Skurukat”, von
wo sich ein prachtvoller und ungewöhnlicher Blick auf die Landschaft von
Smaland bietet.
Und ja die Beschreibung aus der Touristenbroschüre von
Eksjoe hält was sie verspricht. Es ist wirklich sehr schön. Wild romantisch und
beeindruckend! Hier glaubt man fast, dass Ronja Räubertochter hier über den Höllenschlund
springt. Und Glatzen Per auf einem Felsen sitzt und Hallo sagt. Halt nein:”
Hey, Hey” ist die schwedische Begrüßung.
Es ist eine kleine Wanderung von etwa 1 Stunde. Gutes
Schuhwerk und eventuell auch Wanderstöcke sind zu empfehlen. Es geht buchstäblich
über Stock und Stein, ein richtiger Räuberweg.
Ein Abstecher der sich lohnt. Auch die Aussicht von Skurukat
ist herrlich, man blickt über ein Meer von Bäumen, mit einem See zur linken und sonst Bäumen, Bäumen, Bäumen. Das ist
Smaland.
Es ist beruhigend schön. Diese Landschaft strahlt eine
fantastische Ruhe aus. Die satten Farben, aber auch die Weite, und die geringe
Bebauung, sprich wenige oder sehr
geringe Besiedelungen, zumindest für unsere Verhältnisse, sind sehr schön. Und
dabei ist Smaland noch dichtbesiedelt im Gegensatz zum Norden von Schweden. Wir
finden es herrlich und genießen es.
Im Supermarkt von Vetlanda kaufen wir noch Matjesfilets,
denn heute gibt es Pellkartoffeln mit Matjes und Quark. Ach und so ein
schwedischer Supermarkt lohnt sich. Patrik und ich benehmen uns wie die kleinen
Kinder und laufen mit oh, schau ‘mal hier und oh, schau’ mal da , herum . Ein
wahres Touri-Event. “Schau ‘mal was für große Stück Käse es hier gibt!” Das größte
Stück ist 2,5kg schwer - Familienpackung. Aber auch die Tiefkühltruhe mit den
Krabben und Garnelen ist beeindruckend. Mit einer großen Schöpfkelle kann man
sich diese in einen Plastikbeutel füllen. Wow! Das Regal ist mit Fischwaren,
Fischkonserven, soviel Auswahl. Aber auch das Regal mit den Fertigsoßen, sehr
beeindruckend. American Soße in der Tube, oder die Kuchentheke
. Die Kuchen sehen klein, bunt und papp süß aus. Ja, so ein
Supermarkt gewährt schon tiefe Einblicke in die Essgewohnheiten eines Volkes
und so laufen wir staunend umher und machen uns ein umfassendes Bild. Patrik
fotofaphiert natürlich. Im Supermarkt! Gott, wie peinlich würde hier der Ein
oder Andere denken, aber wir nicht – wir sind im Urlaub, und den Touri sieht
man uns sowieso an – also was soll’s!
Zurück am Häuschen lacht mich der See an. Patrik überlegt es
sich, entscheidet dann aber, es ist zu kalt.
Bei 17 Grad Außentemperatur kann der See keine 20 Grad haben. Okay. Aber für mich gibt es kein Halten. Muss ja
nicht lange sein. Und ich prüfe vorher,
ob die Dusche warm ist. Sie ist es.
Und somit, ab in den See!
Wasser ist etwas trüb und der See scheint tief zu sein.
Runde geschwommen, und raus. Und unter die Dusche. Bei Alfred und Michel muss
es wohl wärmer gewesen sein, denke ich mir zumindest.
Nach dem Essen sitzen wir noch eine Weile auf der Terrasse
und in der Sonne, und lassen diesen Tag nochmal Revue passieren und machen Pläne
fuer morgen und übermorgen.
Morgen steht schon fest. Vimmerby: das ist die Heimatstadt
von Astrid Lindgren.
Morgen werden wir auf ihren Spuren wandeln.
Bis dahin lassen wir den Abend gemütlich in der Stube mit Kaminfeuer
ausklingen.
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